Mitgliederversammlung am 23. April 2026 im Geschichtsort Stadthaus

Berichte des Vorstands und Vortrag zur Social Media-Strategie der KZ Gedenkstätte Neuengamme

[Text: Peter Hofmann]

Schaufenster des Geschichtsorts Stadthaus, Foto: SHGL, 2024

Am 23. April 2026 fand unsere diesjährige Mitgliederversammlung in den Räumen des Geschichtsorts Stadthaus statt. Für den Vorstand konnte die Vorsitzende, Barbara Hartje, insgesamt 39 Teilnehmer:innen begrüßen. Die Sitzungsleitung lag bei dem stellvertretenden Vorsitzenden, Eckhard Schilling.

Berichte des Vorstands

Im Mittelpunkt standen die Berichte des Vorstands. Barbara Hartje berichtete über das veränderte Verfahren der Jury bei der Verleihung des Bertini-Preises. Der Preis wird an junge Menschen verliehen, die sich für ein solidarisches Zusammenleben in Hamburg engagieren. Er unterstützt Projekte, die gegen Ausgrenzung von Menschen in Hamburg eintreten. Das neue Juryverfahren besteht in der Vorstellung der Projekte durch Visualisierung und Befragung der Schüler:innen zu ihrem Arbeitsprozess. So ist es möglich, deren eigenständiges Engagement besser nachzuvollziehen als nur auf der Grundlage eingereichter Texte.

Gedenkstättenfahrten

Bernhard Esser informierte über die gut angenommene Gedenkstättenfahrt im vergangenen Jahr zum Gedenkort Bunker Valentin in Bremen-Farge. In diesem Jahr ist am 12. und 13. September eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Engerhafe im Kreis Aurich in Ostfriesland geplant. Anmeldungen für die Fahrt werden gerne entgegengenommen. 

Sodann berichtete Barbara Brix von der mehrtägigen Gedenkstättenfahrt nach Podlachien in Polen, die 2025 stattfand und sehr schnell ausgebucht war. Im Mai 2027 ist eine sechstägige Fahrt nach Chemnitz mit Fokus auf tagespolitische Themen, wie ein Besuch des NSU-Dokumentationszentrum und Treffen mit Vertreter:innen der Zivilgesellschaft, vorgesehen. Eine spontane Abfrage ergab große Zustimmung für dieses Reiseformat und zahlreiche Interessensbekundungen. Barbara Brix bat um verbindliche Anmeldung für die Reise nach Chemnitz bis zum 1. September 2026 und um personelle Unterstützung bei der Vorbereitung. 

Finanzielle Lage und Entlastung des Vorstands

Schatzmeister Peter Hofmann stellte die finanzielle Lage des Vereins dar. Diese ist gekennzeichnet durch den planmäßigen Abbau der Kontostände und einen hohen Anteil der Stolpersteininitiative an den Einnahmen und Ausgaben. Finanzielle Mittel sind nach wie vor ausreichend vorhanden.

Oliver von Wrochem dankte als Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen dem Freundeskreis für die Unterstützung. Die Mitgliederversammlung dankte dem Vorstand für sein Engagement, die Entlastung erfolgte einstimmig.

Vortrag „Shoah in 60 Sekunden? Wie die Stiftung Hamburger Gedenkstätten soziale Medien nutzt, um Menschen mit ihren Themen im Digitalen zu erreichen“ von Clara Mansfeld

Präsentation zum Vortrag „Shoah in 60 Sekunden?“ von Clara Mansfeld, 23.04.2026

Nach Beendigung des offiziellen Teils der Mitgliederversammlung waren alle Teilnehmer:innen gespannt auf den Vortrag von Clara Mansfeld, zuständig für digitale Kommunikation in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, die über die Strategie der Gedenkstätte berichtete, ein Gegennarrativ gegen laute (rechts)extreme Stimmen zu schaffen. 

Bei der Strategie geht es darum, „Stimmen hörbar zu machen“, um damit digitale Besucher:innen ernst zu nehmen und neue Zielgruppen zu erreichen. Fotos sind auf Social Media wichtiger als Texte. Die KZ-Gedenkstätte Neuengamme war die erste Gedenkstätte weltweit, die auf TikTok Präsenz gezeigt hat. Clara Mansfeld präsentierte beispielhaft einige Filme mit den typischen Merkmalen der Verwendung von englischer Sprache und Hintergrundmusik.

TikTok-Profil der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Weiterhin ging Clara Mansfeld auf die Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) in der digitalen Kommunikation ein. Realität und Fiktion werden durch den Einsatz von KI teilweise ununterscheidbar. Sie betonte zum Abschluss die aus Sicht der Gedenkstätte Zwiespältigkeit der Nutzung der Plattformen und die zwingende Notwendigkeit der Regulierung im digitalen Raum.

An den Vortrag von Clara Mansfeld schloss sich eine intensive Diskussion mit zahlreichen Fragen und Stellungnahmen an.

Nach oben scrollen