Aktuelles

Letztes Update: 10.08.2020

Einladung zu zwei Gedenkveranstaltungen

Liebe Mitglieder des Freundeskreises, liebe Interessierte an der Erinnerungsarbeit in Hamburg

1. Auch in diesem Jahr wollen wir wieder an die im KZ-Außenlager Wandsbek -Dräger Werke inhaftierten Frauen erinnern. Die Veranstaltung am 29. August 15 Uhr wird allerdings in etwas verkürzter Form und natürlich unter Beachtung der Corona Vorschrifen stattfinden müssen. Das Bezirksamt Wandsbek hat auch verfügt, dass nicht mehr als 30 Personen teilnehmen sollen. Es wäre für uns hilfreich, wenn Sie uns jetzt schon vorab mitteilen würden, ob Sie die Absicht haben zu kommen. Wir werden eine Liste führen müssen, die Sie dann vor Ot mit Ihren Kontaktdaten ergänzen. Wir hoffen abter trotzdem, dass wir in der erlaubten Gruppengröße zusammenkommen werden. Hier finden Sie weitere Informationen.

2. Die Initiative „Kein Vergessen im Kontorhausviertel“ bat uns, diese Einladung (s. u.) an Sie weiterzuleiten. Das tun wir gern, denn das Thema ‚Zwangsarbeit im Kontorhausviertel‘  ist  -soweit wir sehen-  in Hamburger bislang nur wenig bekannt.

Viele Grüße im Namen des Vorstandes

Barbara Hartje

An drei große Massenlager für italienische Militärinternierte im Hamburger Kontorhausviertel soll am 8. September 2020 auf einer Kundgebung erinnert werden. Die Initiative “Kein Vergessen im Kontorhausviertel” ruft dazu auf, an diesem Tag vor der Burchardstraße 11 zu kommen. Im damaligen Heinrich Bauer Haus waren Plätze für 250 italienische Soldaten eingerichtet wurden. Neue Dokumente haben 700 Namen für dieses Lager zu Tage gefördert. Sie alle kamen aus dem Dessauer Ufer und 500 von ihnen wurden vom Lager in der Burchardstraße 11 an andere Orte deportiert, innerhalb Hamburgs, aber auch anderer Orte in Deutschland.

Auf der Kundgebung am Dienstag, den 8. September 2020 um 17:00 Uhr wird u.a. der italienische Generalkonsul, Giorgio Taborri; Andreas Bierling, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats; der Initiative Dessauer Ufer, Berthold Bose von ver.di Hamburg und ein Vertreter des Senats sprechen.

Zwei weitere Zwangsarbeiterlager waren im Klostertorhof, in der Burchardstraße 1 und der Marschländerstraße 11 für insgesamt 1.100 italienische Militärinternierte eingerichtet worden. Die Gebäude in den Straßenzügen um das Heinrich Bauer Haus wurden 1945 abgerissen und tausende Autos fahren hier heute jeden Tag hier entlang.

Die Kundgebung findet an dem bis heute bestehenden  am Standort des damaligen Lagers statt. Die damaligen wie heutigen Eigentümer, heute eine der größten Zeitschriftengruppe in der EU, Großbritannien und den USA, die Bauer Media Group, hat sich bis heute nicht zu dem Lager positioniert. 2003 hatte es erklärt, sich nicht am Zwangsarbeiterfonds zu beteiligen. Heute will man einen Historiker beauftragen, der sich neben der NSDAP-Mitgliedschaft des damaligen Geschäftsführers, Alfred Bauer, der Beteiligung an der “Arisierung” von jüdischen Eigentümern auch mit dem Lager beschäftigen soll. Die Dokumente aus dem Staatsarchiv belegen, dass das Lager ab Dezember 1943 bestand. 

Web-Seite zur Kundgebung: www.heinrichbauerhaus.wordpress.com